Kernelemente von Büro 4.0 – Teil 1

Büro 4.0 lässt sich umfassend beschreiben aus den Blickrichtungen der Haupt-Triebkräfte:  Gesundheit, Arbeitskultur und IT-Infrastruktur.

Gesundheit

Was immer wir tun, wo und wie wir es tun – es hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Das gilt im Privaten genauso wie in der Arbeitswelt, im Positiven wie im Negativen. Und Gesundheit und damit die Empfindlichkeit bzgl. einzelner Einflussfaktoren ist zutiefst individuell. Jeder reagiert unterschiedlich (Resilienz). Eine Verallgemeinerung ist deshalb nur bedingt zulässig.

Weitgehend unstrittig ist der berechtigte Wunsch wohl aller Beschäftigten nach einem physiisch/medizinisch gesunden Arbeitsumfeld, angepasst an individuelle gesundheitsbedingte Anforderungen (Büroraum/–einrichtung, gesunde Umwelt, ausreichend Bewegung, gute Ernährung, usw.).

Differenzierter ist das psychisch-emotionale Arbeitsumfeld zu betrachten. Gerade hier spielen auch die individuellen Erwartungen der Beschäftigten eine besonders wichtige Rolle. Werden diese Erwartungen nicht erfüllt, z. B. wegen dauerhafter Stressbelastung, eintöniger Arbeit oder mangelnder Wertschätzung, wirkt sich das negativ auf die Gesundheit aus. Umgekehrt: Werden die Erwartungen erfüllt, äußert sich das z. B. in Zufriedenheit, Motivation, Kreativität und Selbstentfaltung des Beschäftigten.

Nicht alle denkbaren oder gewünschten Veränderungen der zukünftigen Arbeitswelt oder generell die Digitalisierung sind per se auch unter Gesundheitsaspekten positiv. Büro 4.0 bedeutet ein integriertes Gesamtkonzept, das außer erforderlichen Veränderungen der Arbeitskultur und der IT-Infrastruktur vor allem auch die gesundheitlichen Anforderungen berücksichtigt und umsetzt.

Arbeitskultur – „New Work“ – Arbeiten 4.0

Die Organisation der heutigen Arbeitswelt hat ihre Wurzeln zum Teil noch im 19. Jahrhundert, nicht zuletzt geprägt oder beeinflusst von militärischen Organisationen. Ältere Beschäftigte kommen damit häufig weit besser zurecht als die jüngeren, deren Sicht- und Verhaltensweisen sich nachhaltig von denen der älteren unterscheiden (Stichwort „Generation Y“).

Aufgrund der demografischen Entwicklung scheiden heute mehr ältere Arbeitnehmer aus dem Arbeitsleben aus als junge nachrücken. Um neue gute Mitarbeiter wird intensiver denn je gerungen. Die Attraktivität der Unternehmen ist zum wichtigen Wettbewerbsfaktor geworden.

Die vielfältigen Veränderungen in Gesellschaft und Technik und damit verbundene drastisch gestiegene Anforderungen an Flexibilität, Internationalisierung und Schnelligkeit können wir ohne gravierende Veränderungen unserer Arbeitskultur nicht mehr bewältigen. Dies gilt für die Produktion genauso wie für das Büro. Ein partnerschaftliches vertrauensbasiertes Führungsverständnis mit offener Fehlerkultur, Übertragung von mehr Verantwortung sowie selbstorganisierende Netzwerke werden die zukünftige Arbeitskultur maßgeblich mitbestimmen.

Aus der Perspektive der Arbeitskultur muss Büro 4.0 vor allem diese Anforderungen erfüllen:

Konkrete Beispiele neuer Arbeitskultur sind vor allem in Startup-Firmen zu beobachten. Die Beschäftigten dort verfolgen gemeinsame oder ähnliche Ziele. Sie sind hoch motiviert, und das Arbeitsumfeld entspricht ihren Werten und Bedürfnissen.

Ludger Grevenkamp
15. Juli 2018